Unternehmensplanspiele: Spielend BWL-Know-how gewinnen

Wie eine Aktiengesellschaft zum Erfolg führt, kann kein Fachbuch erklären und keine noch so ausgefeilte Theorie erfassen. Einen ersten Praxistest jedoch können Unternehmensplanspiele bieten. Komplexes Denken und betriebswirtschaftliche Kenntnisse werden auf spielerische Weise trainiert und die Konsequenzen, die sich aus den getroffenen Entscheidungen und dem Verhalten ergeben, erlebbar.

Was ist ein Planspiel?

Ein Planspiel ist eine vereinfachte Abbildung der Realität. Ein Unternehmensplanspiel demnach die vereinfachte Abbildung einer Wirtschaftswelt. Trainiert werden strategische Fähigkeiten und das Verstehen von betrieblichen Prozessen. Das didaktische Prinzip eines Planspiels ist immer gleich: Mehrere, meist konkurrierende Teams lernen und trainieren meist betriebswirtschaftliches Wissen in einer komplexen, fiktiven aber realitätsnahen Umwelt und sammeln Erfahrungen im (gemeinsamen) Handeln. Planspiele ermöglichen somit, sich spielerisch in Managemententscheidungen auszuprobieren und den Zusammenhang von Ursache und Wirkung zu erleben, ohne die Konsequenzen für sein Handeln tragen zu müssen. Ein Planspielleiter begleitet die Entscheidungsprozesse und fördert Teamarbeit und soziales Lernen.

Was bringt ein Planspiel konkret?

Innerhalb von Planspielen werden verschiedene Kompetenzbereiche gefördert und insbesondere Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit, aber auch Kreativität und Flexibilität angesprochen. Des Weiteren werden wichtige Fachkompetenzen (z. B. BWL-Know-how) vermittelt. Planspiele ermöglichen, Neues auszuprobieren und zu erleben, die Folge der eigenen Handlungen zu verstehen und so besser für schwierige Entscheidungen im Berufsalltag gerüstet zu sein. Sie fördern das komplexe und vernetzte Denken, bieten Praxisbezug und schnellen Lerntransfer, entwickeln Problemlösungskompetenz und machen außerdem noch Spaß.

Was macht ein gutes Planspiel aus?

Dazu hat Stiftung Warentest folgende Anforderungen für ein gutes Planspielkonzept definiert:

Realitätsnähe: Je realistischer das Spiel, umso größer ist die Identifikation des Teilnehmers mit seiner Rolle im Planspiel.

Komplexität und Vernetzung: Die Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung erkennt der Planspielteilnehmer, wenn die Inhalte komplex und vernetzt sind.

Intransparenz: Nicht jede Situation sollte vorhersehbar sein, denn wie in der Realität sollen auch hier Entscheidung unter Unsicherheit getroffen werden.

Eigendynamik: Es gibt nicht nur „die“ eine Antwort/Lösung. Je mehr Elemente vorhanden sind, die von den Teilnehmern nicht beeinflusst werden können, desto dynamischer ist das Spiel.

Feedback: Nachbereitung und Rückmeldungen zu den getroffenen Entscheidungen fördern den Lernprozess und das Verstehen.

Planspiel "Logistik und Supply Chain Management (SCM)"

Im Seminar mit "Planspiel: Logistik & Supply Chain Management" übernehmen die Teilnehmer die Rolle des Vorstands in einem von drei konkurrierenden Aktiengesellschaften, die im In- und Ausland langlebige technische Gebrauchsgüter absetzen wollen. In 4 bis 8 Geschäftsjahren erweisen sich strategische und operative Entscheidungen als Grund für den Erfolg oder Misserfolg des eigenen Unternehmens.

Wichtig: Die Auswertung. Am Ende der Simulation wird der Erfolg aller Teams anhand betriebswirtschaftlicher Kennzahlen gemessen, aber auch gruppendynamische Prozesse und Führungsverhalten fließen in die Bewertung ein.

Zusammenfassung

Dieses systematische Entscheidungstraining gibt die besondere Möglichkeit, Ihr betriebswirtschaftliches Wissen kritisch zu reflektieren und die Konsequenzen des eigenen Handelns direkt mitzuerleben. Teilnehmer werden in die komplexen Strukturen des Managements eingebunden und spüren den typischen Entscheidungsdruck unternehmerischen Handelns.

 


Reaktioneller Beitrag der mtec-akademie