Leichtbaustrategie – leicht gewählt?

Höhere Anforderungen in den Bereichen Komfort, Entertainment und Sicherheit haben das Gewicht von Personenfahrzeugen in der Vergangenheit deutlich steigen lassen. Mit passivem Leichtbau, also der nachgeschalteten Materialreduzierung, hat die Automobilindustrie schließlich in den vergangenen zehn Jahren versucht, das Fahrzeuggewicht in den Griff zu bekommen. Vor dem Hintergrund der EU-Verordnung zur Verminderung der CO2-Emissionen reicht eine Gewichtsstagnation für die Zukunft aber nicht mehr aus – vielmehr gilt es, die Gewichtsentwicklung umzukehren. Mit Hilfe des aktiven Leichtbaus, also der Verwendung leichterer Materialien und Bauweisen, könnte der CO2-Ausstoß bis 2020 auf durchschnittlich 95 g/km gesenkt werden.
Zum heutigen Zeitpunkt ist der Einsatz von langfaserverstärkten Verbundwerkstoffen wie GFK (Glasfaserverstärkte Kunststoffe) und CFK (Kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe) ein fester Bestandteil bei Leichtbaustrukturen, die im Kleinserienmaßstab gefertigt werden. Darüber hinaus steigt der Anteil an CFK-Strukturen seit über 20 Jahren im Großflugzeugbau kontinuierlich an, da hier das eingesparte Strukturgewicht mit einem erheblichen wirtschaftlichen Vorteil einhergeht.
Im Flugzeugbau sind sie bereits Alltag und für die Automobilindustrie eröffnen sie ganz neue Möglichkeiten. Auch extrem leichte Fahrräder oder Rollstühle, die man mit einer Hand bequem in der Luft halten kann, enthalten meist Faserverbundwerkstoffe.