Was ist eigentlich... Generationen Management?

Demographischer Wandel und Fachkräftemangel erfordert Generationen Management

Kaum etwas verändert die Arbeitswelt heute so stark wie der demografische Wandel. Für Unternehmen birgt er ein ganzes Bündel unterschiedlicher Herausforderungen – Generation Management liefert Lösungen für ihre Bewältigung. Dabei ist Generation Management als eine Aufgabe zu verstehen, die es im gesamten Unternehmen zu verankern gilt.

Autor: Martin Wilmsmeier

Die Fakten sind klar: Deutsche Belegschaften altern, weil die meisten Arbeitnehmer aus der Generation der sogenannten "Baby-Boomer" (geboren zwischen 1946 und 1964) ihren 50. oder gar 60. Geburtstag bereits gefeiert haben. Die Gruppe der klassischen Leistungsträger (30- bis 50-jährige) dünnt hingegen immer stärker aus und der Kampf um den qualifizierten Nachwuchs spitzt sich im sogenannten "War for Talents" zu. Durch die Verschiebung des Renteneintrittsalters erweitert sich zudem insgesamt die Altersspanne der Mitarbeiter.


Aufgaben des Generationen Managements

Daraus ergeben sich viele verschiedene Aufgaben unter dem Schlagwort Generation Management: Unternehmen müssen sich auf die Bedürfnisse ihrer älteren Mitarbeiter einstellen, manche initiieren Gesundheitsprogramme. Auch gilt es, das Know-how der Baby-Boomer rechtzeitig zu sichern, bevor sie das Unternehmen altersbedingt verlassen. Auf der anderen Seite entwickeln Unternehmen neue Strategien, um junge Arbeitnehmer zu gewinnen und langfristig zu binden. Oder sie werben qualifizierte Facharbeiter aus dem Ausland an, vor allem in den MINT-Berufen.


Teamwork der Generationen

Darüber hinaus verändert sich auch das tägliche Miteinander im Unternehmen. So sind mit der Alterung der Belegschaft und der Verlängerung der Lebensarbeitszeit altersgemischte Teams eindeutig auf dem Vormarsch. Diese bieten viele Vorteile: Im Vergleich zu altershomogenen Teams gelten sie als besonders anpassungsfähig, offen für neue Impulse und effizient.

Voraussetzung für gutes altersgemischtes Teamwork ist aber, dass die Mitarbeiter gut aufeinander abgestimmt sind und die unterschiedlichen Vorgehensweisen und Werte der jeweils anderen Generation verstehen. So sieht sich der Baby-Boomer vielleicht eher als technisch versierter Fachmann, während ein Angehöriger der "Generation Y" (geboren zwischen 1980 und 2000) die Mentalität eines flexiblen und sozial kompetenten Kundenberaters mitbringt. Beide Arbeitshaltungen können sich im Team nur dann optimal ergänzen, wenn die Generationen Verständnis füreinander aufbringen.


Mentoring und Tandems

Wertvolle Beiträge für das Teamwork der Generationen leisten Mentorenprogramme und Alterstandems. In Mentorenprogrammen stehen erfahrene Kollegen jungen Führungskräften mit fachlichem und persönlichem Rat zur Seite. Insbesondere in herausfordernden Teamsituationen, etwa wenn eine junge Führungskraft die Leitung eines Teams mit überwiegend älteren Kollegen übernimmt, ist auch der soziale Rat des Mentoren gefragt. Demgegenüber zielt ein altersgemischtes Tandem vor allem auf den Wissenstransfer zwischen Alt und Jung ab. Implizites Wissen und routiniertes Handeln des älteren Mitarbeiters werden hierbei systematisch festgehalten und übertragen.

 


 

Autor: Martin Wilmsmeier

Themen: Generationen