Selbst- und Fremdbilder von Personalabteilungen unterscheiden sich zum Teil beträchtlich, wie Studien namhafter Auftraggeber (u. a. Deloitte, Accenture, Kienbaum, KPMG, McKinsey, PwC und weitere) immer wieder aufzeigen. In der Selbstwahrnehmung bemerken Personaler oft einen Bedeutungszuwachs der eigenen Arbeit. Externe HR-Fachleute und Experten anderer Abteilungen kommen in den Umfragen zu gegenteiligen Prognosen. Die widersprüchlichen Positionen lassen bereits erahnen, dass es auch für die inhaltliche und strategische Ausrichtung des Personalmanagements geteilte Meinungen gibt, ein Königsweg ist nicht in Sicht.
Kurz und schmerzbefreiend lautet die Antwort: wenn Personalauswahl richtig gemacht wird, bleibt Magie außen vor - und zwar schwarze wie weiße gleichermaßen. Dennoch ist meine Erfahrung als psychologischer Personalberater in Unternehmen eine andere: Wenn ich beauftragt werde, einen Prozess der Personalauswahl zu konzipieren und zu begleiten, scheint bei Betroffenen wie auch Verantwortlichen fast immer einer von zwei Filmen abzulaufen.
Wer kennt nicht die Situation: Eine Abteilung bekommt einen neuen Vorgesetzten, ein Steuerberatungsbüro eine neue Mitarbeiterin und ein Kleinbetrieb wird an einen Nachfolger übergeben. Oder ein kompetenter Kollege, der immer beratend zur Seite stand und über firmenweite Kontakte verfügt, geht nach 35 Jahren in den Ruhestand. Die Situationen, in denen wertvolles Wissen gemanagt werden muss, sind zahlreich.
Personalmanagement ist ein sensibler Bereich: Unzählige Gesetze und Regeln, die sich immer wieder verändern und erneuern, müssen berücksichtigt werden. Die Entwicklung der im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geregelten beschäftigungsbezogenen Benachteiligungsverbote ist dabei nur ein Aspekt, auf dem aber in der nachfolgenden Kurzbetrachtung der Fokus liegen soll.